Elektrosmog
Unter Elektrosmog versteht man die von technischen Anlagen
verursachten Störfelder, welche das Wohlbefinden der Menschen
massiv beeinträchtigen können.
Funkwellen, elektrische und magnetische Wechselfelder,
elektrische und magnetische Gleichfelder

Technische Störfelder = Elektrosmog

• Hochfrequente Wellen
• Niederfrequente Wechselfelder
• Elektrische und magnetische Gleichfelder

ElektrosmogHochfrequente Wellen (HF)
Im HF- Bereich ( > 30 kHz) breiten sich die elektrischen und magnetischen Wellen im freien Raum gemeinsam aus, weshalb wir von elektromagnetischen Wellen sprechen.

Quellen bzw. Verursacher
Funkwellen in allen Variationen (Radio-TV-Richtfunk-Radar-WLAN-Mobilfunk-technische Geräte, Mikrowellenherd …)

Maßeinheit: kHz, MHz, GHz
Messeinheit: Strahlungsdichte in W / m²

In baubiologische Untersuchungen wird in µW/m² (Mikrowatt pro m² ) gemessen

Die gesundheitliche Störung beruht auf 4 Größen:

  • Feldstärke
  • Frequenz
  • Modulation
  • Pulsung (für biologische Systeme besonders problematisch)

Macht Hochfrequenz krank?

Der Mensch stellt für die elektromagnetische Strahlen eine lebende Antenne dar. Starke Strahlungsdichten vermögen Körperteile zu erwärmen (vgl. garendes Grillhähnchen im Mikrowellenherd). Man spricht dann vom thermischen Effekt.
Offizielle Messungen gibt es nur bezüglich des thermischen Effekts als SAR-Wert (> siehe: Fachvokabular).

Unsere Umgebung gleicht heute einem riesigen Mikrowellenherd!

Viele biologische Probleme sind aber wegen der schwächeren Strahlungsdichten nicht thermischer Natur.
Die Forschung hat hier krankmachende Wirkzusammenhänge entdeckt:
Nervenreize, Hormonprobleme, Öffnung der Blut-Gehirnschranke, Hirnstromveränderungen, Krebs …
Auch Hirntumore und Leukämie durch hochfrequente Strahlung (z.B. Handyfunk) sind wissenschaftlich belegt.
Meist beginnt es mit Schlaflosigkeit (Verringerung des Schlafhormons Melatonin).

Niederfrequente Wechselfelder (NF)

shutterstock_320725067niederfreqenzIm NF- Bereich (1 Hz – 30 kHz) sind die elektrischen und magnetischen Wechselfelder (WF) getrennt und werden auch getrennt gemessen. Die meisten Störer finden wir bei den Feldern des Wechselstroms (50Hz), weshalb wir uns wesentlich auf diesen Bereich beschränken. Weiter: Bahnstrom, Oberwellen …

Wechselfelder treten überall auf, wo wir Strom führende Teile haben (E-Leitungen, Steckdosen, E-Geräte, E-Lampen, Netzgeräte …). In der Nähe kann es vermehrt zu gesundheitlichen Problemen kommen. Besonders hohe Wechselfelder treten bei Hochspannungsleitungen und Bahnoberleitungen auf.

 

Magnetische Wechselfelder:
Magnetische Wechselfelder entstehen nur, wenn Strom fließt (Induktion). Die Stärke nimmt mit der Entfernung ab. Hohe magnetische Felder finden wir bei Trafos, E-Motoren, Kochplatten (besonders Induktionsplatten), Energiesparlampen, aber auch bei E-Leitungen (Hochspannung!).

Elektrische Wechselfelder:
Elektrische Wechselfelder sind zum Unterschied von magnetischen Feldern auch dann vorhanden, wenn eine Leitung zwar unter Strom steht (angelegte Spannung), aber kein Verbrauer eingeschaltet ist (z.B. in E-Leitungen in der Wand auch nachts). Die Stärke nimmt mit der Entfernung ebenfalls ab.

Messeinheit „magnetische Wechselfelder“:  nT (Nanotesla)

Messeinheit „elektrische Wechselfelder“:     V/m (Volt pro Meter)

Machen Wechselfelder krank?

Der Mensch kommt im Alltag oft mit elektrischen bzw. magnetischen Feldern in Kontakt. Als lebende Antenne steht er fast ständig unter Spannung. Vor allem im Bett, wenn der Kopf unweit einer elektrischen Leitung liegt (Lampe, E-Leitung in der Wand ..), sind mehrere Volt Körperspannung keine Seltenheit.

Mögliche Folgen:
Schlaflosigkeit (verringerte Melatonin-Bildung), Nervenreiz, Muskelkrampf, oxidativer Stress, Stoffwechselprobleme, Depression , Leukämie …


Abschirmmöglichkeiten bei Hochfrequenz

Hochfrequente Wellen können technisch zufriedenstellend abgeschirmt werden.

Abschirmmaterialien:

  • Abschirmvlies, -tapeten, -folien, Schutzanstrich u. a.
  • Gardinen mit eingewebtem Silberfaden
  • Abschirmende Kleidung (Textilfaser mit eingewebtem Metallfaden)
  • Beste Lösung: Abstand zum Verursacher einhalten (Handy vom Körper …) und Geräte nur bei Gebrauch einschalten (z.B. WLAN-Router)

Abschirmmöglichkeiten bei Niederfrequenz

Während die elektrischen Felder gut abgeschirmt werden können (technische Abschirmmaterialien wie bei Hochfrequenz, aber zusätzlich erden), ist eine Abschirmung der magnetischen Felder praktisch nicht bzw. nur mit hohem Aufwand möglich.
Halten Sie wenn möglich mind. 1 m Abstand zu stromführenden Teilen (Geräte, Kabel). Überlegen Sie für das Schlafzimmer den Einbau eines Netzabkopplers, wodurch der jeweilige Stromkreis bzw. Raum nach Abschalten der Verbraucher spannungsfrei ist.

Praktischer Tipp ERDUNG
Erden Sie alle Metallteile (auch Drehsessel, Tische, Lampenschirme …), vor allem aber die E-Geräte. Dadurch wird das elektrische Wechselfeld wesentlich verringert.
Leider werden heute die meisten E-Geräte nur mit Flachstecker (ohne Erdung) ausgeliefert bzw. an das Stromnetz angeschlossen. Zudem kommen meist nur einpolige Schalter zur Anwendung. Wenn Sie den Stecker verkehrt anstecken, wird beim Ausschalten nur der Nullleiter unterbrochen und E-Geräte und Lampen bleiben weiter unter Strom, wodurch ein starkes elektrisches Wechselfeld bestehen bleibt. Mit einem kontaktlosen Phasenprüfer (im Fachhandel erhältlich) können sie die Anschlüsse kontrollieren.

Gesetzliche Grenzwerte versus Baubiologische Richtwerte
Die gesetzlichen (vom Staat festgelegten) Grenzwerte für unbedenkliche Strahlungsdichten sind sehr hoch angesetzt sind, weshalb ein Ausbau der Funknetze im dichtbesiedelten Wohngebiet jederzeit ohne Einspruch möglich ist.
Anders die Baubiologische Richtwerte, die von seriösen und verantwortungsvollen Ärzten und Experten erarbeitet wurden. Sie gelten als Orientierungshilfe, dass ein gesundes weitgehend störungsarmes Leben ermöglicht wird (vgl. Baubiologische Richtwerte für Schlafbereiche SBM 2015, Baubiologie Maes, Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN). Diese Werte sind wesentlich niedriger als die gesetzlichen Grenzwerte. Bei der Untersuchung von Schlafplätzen und dgl. werden die Baubiologischen Richtwerte als Grundlage  für ev. notwendige Sanierungsmaßnahmen herangezogen.

Elektrische und magnetische Gleichfelder

„Elektrische Gleichfelder“
kennen wir z.B. als elektrostatische Aufladungen. Sie treten besonders in Verbindung mit Kunststoffen auf: Synthetikteppiche, -vorhänge,-tapeten, Lacke, Bildschirme u. a.. Bei trockener Luft (Winter) ist die Aufladung besonders groß. Wer kennt nicht die schmerzhafte Entladung beim Berühren von Metallteilen, wenn man gleichzeitig gewisse synthetische Kleidungsstücke trägt. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung (Müdigkeit …) steht sozusagen im Raum. Gemessen werden die Aufladung (Oberflächenspannung in V) und die Entladezeit (sec). Auch die Atmosphäre kann bei manchen Wetterlagen wie einem Gewitter hohe elektrische Aufladungen enthalten (Wetterfühligkeit).

„Magnetische Gleichfelder“
sind durch das Erdmagnetfeld gegeben. Bei starken Abweichungen (Anomalien) kann es zu Schlafstörungen etc. kommen.
Verursacher: Stahlteile in Betten, Federkernmatratzen, unterhalb des Bettes/ Schlafraumes befindliche Metallkörper (Heizkessel im Keller, Auto in Kellergarage …). Gemessen wird die Magnetfeldanomalie einerseits mittels Magnetfeldsonde (Flussdichteschwankung – µT) und andererseits mittels Kompassschiene (Veränderung der Magnetfeldrichtung in Grad°).

So messe ich den Elektrosmog

Messgeräteset (Foto-Gigahertz Solutions)

Messgeräteset (Foto-Gigahertz Solutions)

Die Messung der verschiedenen elektrischen Störfelder mache ich mit den neuesten Geräten von Gigahertz Solutions.

Gerade in Mehrfamilienwohnhäusern muss damit gerechnet werden, dass Wohnungsnachbarn ihre elektronischen Geräte  oftmals in den Nachtstunden benützen, wodurch es zur Schlafzeit zu einem Anstieg der Belastung kommen kann. Eine Messung am Tag ist hier nicht immer ausreichend. So habe ich die Möglichkeit, eine Langzeitaufzeichnung über mehrere Tage vorzunehmen (Messgeräte mit Datenlogger) und die Daten später über eine spezielle Computersoftware auszuwerten. Die ermittelten Messwerte werden mit den baubiologischen Richtwerten (Hoch– und Niederfrequenz) verglichen. Wenn die Belastung die gesundheitlich akzeptalen Werte übersteigt, wird nach entsprechenden Lösungen gesucht. Anders als bei den Erdstrahlen ist bei den künstlichen Strahlen / Elektrosmog eine Abschirmung vielfach möglich.